Rein. Wild. Frei. 

Ich sitze auf seinem Schoß, die Arme umschließen ihn. Er zieht mich an sich. Unsere Augen suchen sich. 

Eine Frage steht im Raum 

Wie wäre unsere Beziehung verlaufen, wenn wir damals mit 16 Jahren zu einander gefunden hätten?! 

Rein. Mit absolut purer Reinheit. Ohne all die Jahre an Verletzungen, Demütigungen und Misshandlungen. Rein und voller Leichtigkeit und Unbeschwertheit. 

Wild. Mit der ungezähmten Wildheit der Jugend. Wir hätten uns mit einander ausgetobt. Und dies nicht nur in sexueller Sicht. 

Frei. Frei von der Vergangenheit und ihren Narben. Frei von unbegründeter Eifersucht, da man sie nicht kennengelernt hat.
Frei von der Last der vergangenen Jahre. 

Rein. Wild. Frei. 

So wie eine große Jugendliebe nun einmal gewesen wäre. Stürmisch und unzähmbar, wäre sie gewesen. 
Doch wir fanden im Alter von 16 Jahren nicht zu einander. Nicht, dass wir nicht die Möglichkeit gehabt hätten. 

Unser Leben begann zusammen. Am selben Tag, am selben Ort. Nur wenige Stunden liegen zwischen unser Geburt. 
Er hat mich zu sich gerufen, als er auf die Welt kam. Und ich war ihm gefolgt. 
Wir lagen schon damals nebeneinander. 

16 Jahre später sollten sich unsere Wege erneut kreuzen, um sich wieder zu verlieren. 
Ich wechselte die Schule, und kam in seine Parallelklasse. Wir sahen uns beim gemeinsamen Sportunterricht. ‚Was ein süßer Angeber, er damals war!‘ 

Doch weiter sollten wir damals nicht in Kontakt kommen. 

Und so kam der Tag des Abschlusses, und unsere Wege trennten sich. 

Für die nächsten 24 Jahre!
Doch da sitz ich nun auf seinem Schoß und schließe die Arme um ihn. Er hält mich, in jeder Hinsicht. 

Jeder trägt Narben vom Schmerz und Leid der vergangenen Jahre. Jeder von uns hat eine Vergangenheit, die ihm geprägt hat. 
Wir wissen wie unsere Liebe in Alter von 16 Jahren ausgesehen hätte,und sind bereit genauso frei, wild, und rein an unsere Zeit zu gehen. So frei, wild und rein, wie es nach den letzten Jahren möglich ist. 

Die Polarbärin 

Advertisements

Über die Liebe 


Ein Auszug aus einem Gespräch 

Er, der gerade erzählt, dass sein Sohn seine Nähe gesucht hat: “ Ich hab es so sehr genossen!“ 

Ich: „Es gibt nichts schöneres als die Liebe eines Kindes!“ 

Doch das ist nur die halbe Wahrheit.
Ich hätte sagen müssen: “ Es gibt nichts schöneres als die Liebe eines Kindes. Sie ist so unverfälscht, sie kommt vom ganzen Herzen, und diese Liebe ist unschuldig. Sie ist rein, unbezahlbar und das wertvollste was ein Mensch zu geben hat. Die Liebe eines Kindes zu seinen Eltern ist der Trost über die harten Zeiten, die Hoffnung und Zuversicht. 

Sie lässt Regen vergehen, den Wind durchs Haar wehen, Sonnenstrahlen die Haut streicheln. Sie zeigt die Weiten, die voller Wunder sind. 

Niemand sonst vermag eine solche Liebe zu geben. “

Eure Polarbärin 

Wir sind dann mal lesen 


​Wir lesen! 

Wir lesen jeden Tag!
Wir lesen viel! 

Miu hat seit Anfang an schon immer Bücher bekommen, besessen und geliebt. 

Bekommt er ein neues Buch gekauft, liest er es schon auf dem Weg aus dem Geschäft. 

Im Auto, auf dem Weg zum Kita, auf dem Töpfchen, im Bett, in der Küche vor dem Essen…. Nirgends darf ein Buch fehlen. 

Ich war wohl als Kind auch so. Eine meiner schönsten Erinnerungen ist an die klitzekleine Bücherei im Ort. Da durfte ich mir immer etwas ausleihen. Bis diese Bücherei verschwand. 
Es sollte ein halbes Leben dauern, bis ich mich wieder in einer Bibliothek anmeldete. 

Und auch jetzt war es wieder soweit. 
Am Samstag hieß es: Wir haben unsere Bibliothek gefunden! 

Miu hat seinen ersten eigenen Ausweis bekommen. Natürlich hat er sich gleich drei Bücher ausgesucht. Er war begeistert, wie viele Bücher dort waren, und freut sich schon auf das nächste Mal, wenn wir ein paar andere Bücher mit nach Hause nehmen dürfen. 
Natürlich…. Musste ich auch ganz dringend, gleich noch in den ersten Minuten, nach Tilda Apfelkern, unserem gemeinsamen Star, fragen! 

Miu war zu schüchtern um selbst zu fragen. Legte aber später ein Buch nach den anderen auf den Tresen. 
Nur mit dem Wort ‚Bibliothek‘ hapert es noch etwas. Er landet dann immer bei der ‚Apotheke‘ 😂

Wir sind dann mal lesen! 

Vielleicht liest man sich auch hier bald mal wieder. 

Eure Polarbärin 

Anders

Auf der Arbeit hatten wir heute vormittag Gottesdienst. Evangelischer Gottesdienst.
Der Pfarrer ist neu in der Gemeinde.

Und er ist anders! Oh mein Gott!
Ich habe gehört, dass die Gemeinde es ihm nicht leicht macht, Fuß zu fassen. *was mich traurig stimmt*  Und auf mein Nachfragen bekam ich folgende Antwort: Weil er anders ist.
Im Gespräch wurde mir heute folgendes erläutert.

Da der Pfarrer auch einen „anderen Gottesdienst“ * bei uns im Haus hält, anders als sein Vorgänger, ist es für ihn einfacher, weil er ja nicht so oft da ist! Die älteren Leute, bei uns im Haus, sollten doch eigentlich konservativ eingestellt sein. Aber wenn der junge Pfarrer mit seinem außergewöhnlichen Gottesdienst kommt, kommt jeder ins Schwärmen, Und sein ‚anders sein‘ wird akzeptiert.

Verstanden?

Da er also nicht regelmäßig jeden Sonntag seinen Gottesdienst bei uns im Haus hält, ist die Toleranz der Anwesenden größer, als die der Anwesenden der Gemeinde, die jedes Wochenende zum Gottesdienst geht.

Im Umkehrschluss würde das auf mich bezogen bedeuten, dass man mein Anders sein ehr akzeptieren würde, wenn ich nicht so häufig anwesend wäre.
😂
Dank meines schwarzem Humors, nehme ich dies mit einem Lächeln zur Kenntnis und genieße mein Anders sein in vollen Zügen.

Ende des Tatsachenberichtes.
Und möge Gott diesem Pfarrer all die Kraft geben, anders zu sein, zu bleiben und dennoch seinen Weg in der Gemeinde, mit ihr zusammen, zu finden. Amen

Eure Polarbärin

* der „andere Gottesdienst“…. Der Pfarrer erzählt Geschichten, hat stets seine Gitarre dabei und singt und spielt dazu. Er bringt Utensilien mit zum Gottesdienst… Und ist ein Mensch wie du und ich…. Ein Mensch, der ich weltfremd ist! Ein Mensch, der Natur, die Menschen und Gott liebt, nicht nur den lieben Gott!

„Nein, das ist nichts tragisches!“ 

Dauermüde. 
Mal wieder! 

„Das ist nichts tragisches!“ würde Miu sagen. Und Recht hat er. 

Es gibt halt solche und solche Tage. Ebenso Nächte. 

Während Miu seit jener Ewigkeit durchschläft, habe seit einer etwas längeren Ewigkeit Schlafstörungen. 

Ich falle früh morgens ko aus dem Bett, und abends ko ins Bett. Zwischen diesen beiden Zeiten ist der Duracell – Hase ein Anfänger gegen mich. 
Und da lese ich einen Blogbeitrag von einer anderen Alleinerziehenden. 

„Nein, das ist nichts tragisches!“  weiterlesen

Guckt mal vs. Wie gewonnen, so zerronnen

Ich kann ja wie immer nicht genug bekommen, und da auch ich neugierig sein kann, sah ich einfach mal nach.

In diesem Jahr durfte ich beim Himmelswegelauf in Nebra starten. in der Kategorie Wandern waren wir dabei. Unser erstes gemeinsames Sport-Event!!!!

Dank der Erlaubnis mit Sportbuggy starten zu dürfen, konnte ich mir einen Traum verwirklichen.

Sollte es im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben?
Ich bin ja niemand, der zweimal das gleiche macht. Ich lese nie ein Buch zum zweiten Mal, ich häkle nie eine Sache zum zweiten Mal…….usw.

Wandern hatte ich schon, hmmm… , man konnte aber auch mit dem Fahrrad starten!
40km!

Naja, fragen kostet bekanntlich nichts, also sass ich heute früh noch vor der Arbeit in meinem Auto und stellte meine Anfrage, ob eine Teilnahme mit MTB und Kindersitz incl Miu möglich wäre. Und siehe da:

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Sehr geehrte Frau Xxx,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Aus unserer Sicht spricht nichts dagegen, dass Sie Ihren Sohn auf der Radtour mitnehmen. Wir freuen uns bereits jetzt schon, Sie beim 7. Himmelswegelauf begrüßen zu dürfen.

Sportliche Grüße

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Mein Grinsen könnt ihr euch vorstellen? Gut!
Meinen enttäuschten Blick auch, als ich heute Abend meine Anmeldung perfekt machen wollte, und dabei sah, dass es sich um eine Strecke mit einem Anfangs- und einem Endpunkt handelt?!  Ähm, wie sollte ich wieder zurück kommen? Und 80 km ist zu viel verlangt – diese Ausdauer wird Miu nicht mit sich bringen.

Wie gewonnen, so zerronnen – lautet der Zwischenstand!
Ich wäre aber nicht die Polarbärin, wenn ich nicht schon wieder einen neuen Gedanken zu dem Thema hätte, und nicht gleich mal ne Anfrage rausgeschickt hätte.

In diesem Sinne, man darf gespannt bleiben!
Eure Polarbärin

 

Das traumhafte Leben einer sportsüchtigen Alleinerziehende