Der Geist der vergangenen Weihnacht 

Das Weihnachten vor der Tür steht,  muss ich keinem sagen.

Aus dem Radio wird man gewhamt.  In den Geschäften stehen seit Monaten Lebkuchen, Stollen und all diese Nervenfutterbomben herum.

Und dennoch wird dieses Weihnachten… Ja was wird es? Wird es anders sein? Das mit Sicherheit, denn wir sind das erste Weihnachten alleine. Wird es das erste von vielen sein? Die Gedanken stimmen mich traurig. Geben mir das Gefühl,  hilflos und machtlos gegenüber dem zu sein,  was auf uns zukommt.

 

So pessimistisch es sich geraden anhört,  mit dem gleichem Atemzug kann ich auch sagen, dass gerade an Weihnachten Wunder geschehen.

Rückblick in das Jahr 2003

Ich lebte als Single in einer Dachgeschoss Wohnung in Neustadt an der Weinstraße.

Damals war ich AOL Scout.  Ich weiß heute nicht mal, ob man das noch laut erzählen darf.  Aber es gehört zu meiner Weihnachtsgeschichte.

Durch diese Tätigkeit bei AOL hatte ich Deutschlandweit verstreut gute Bekannte und Freunde.

Weihnachten nahte, am Heiligabend wollte ich in meine Heimat, nach Thüringen.

Heiligabend 2003

Koffer gepackt. Rein in den BMW und ab auf die Autobahn. Kaum auf der Autobahn,  kam Schneesturm auf.

Mit 50km/h krochen wir über die Straße. Hinein in eine Baustelle bei Heilbronn. Von da an war nur noch Stop and Go angesagt. Kilometer lang.

Kurz um,  mein BMW verabschiedete sich an der Stelle, wo die Baustelle von 2spurig auf 1spurig rutschte.

Und mein BMW blockierte alles.  Wegfahren… Keine Chance,  denn der Kühler hatte sich explosiv verabschiedet.

Als endlich mal ein Streifenwagen mich passieren wollte,  schiebte man mich in eine Nothaltebucht.

Hier kürze ich mal ab,  da das ganze frieren,  Akku am Limit, prepaid Stand auf dem Handy ebenfalls am Limit und ein Abschleppdienst den Rahmen der Weihnachtsgeschichte sprengen würden.

Viele Stunden später, ich saß wieder in meiner Wohnung in Neustadt.

Ohne Tannenbaum,  ohne Essen für die Feiertage. Nicht mal Plätzchen oder Stollen hatte ich.  Keine Dekoration…. Wirklich gar nichts.

Es war gegen 20:00 als ich diese Story unter meinen AOL Scout Kollegen verbreitete,  und da ich immer Fantasiegeschichten geschrieben hatte,  nahm man mich anfangs nicht ernst. Bis auf einer*.

* nennen wir ihn mal Paul

Mein Kumpel M. kam noch vorbei und wir zockten zusammen auf der playstation.

Als auf einmal mein Handy ging. Paul. Ich ging ran. Und er fragte, ob ich wirklich nichts für ein Weihnachten zu Hause hätte.

Ich bejahte seine Frage.  Daraufhin meinte er nur „Dann mach mal die Tür auf,  mir ist saukalt! “

Da stand er…. Einen Mini Weihnachtsbaum,  im Korb Stollen und Plätzchen,  und Kerzen .

Da stand ich…. Tränen vor Rührung in den Augen,  Dankbarkeit, die ich nicht in Worte fassen konnte.

Paul hat mir damals meine Weihnacht gerettet.

Das er in Frankfurt wohnte und den nächsten Morgen wieder zur Arbeit musste,  tat ihm keinen Zwang an, mich  erst 2 Stunden vor Dienstbeginn zu verlassen.
Wir hatten zu dritt die ganze Nacht gezockt, gefuttert und dann über unseren berüchtigten AOL Feten gelacht und gelästert.

Egal wie lange diese Weihnacht nun her ist,  sie zeigt mir immer wieder,  dass Wunder geschehen können. *

*wenn man die richtigen Freunde kennt 😂😂

In diesem Sinne wünsche ich Euch  allen eine schöne besinnliche Adventszeit. Eure Polarbärin

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