Maria . . . und ich 

Maria von Frank Schöbel (SONGTEXT)

In Bethlehem brannte ein Licht in jener Dezembernacht  –  es war damals in Homburg, Dezember 2014.  Es sollte mein schlimmsten Weihnachten werden. 

Den Sohn hat Maria gebor’n, man sagt er sei auserkor’n  – Miu kam im März 2015 zur Welt, dennoch ähneln sich unsere Geschichten

Windeln hatte sie nicht  – eine Scham sagen zu müssen, dass es mir wie Maria erging.

Auf Heu und Stroh gebettet liegt Marias erster Sohn  – kein Bettchen stand bereit.  Erst als alle Lügen zum Vorschein kamen,  platzte auch die Seifenblase,  dass eine gute Freundin vom Kindesvater ein komplettes Kinderzimmer incl Babykleidung für mich hätte. Erst ab da stand ich allein,  und baute nach und nach ein Nest für meinen Miu 

Sie haben ja nichts gerettet von Josefs schmalem Lohn – zu feige zu sagen,  dass man ihm sein Hartz IV gestrichen hatte,  lebten wir monatlich von meinem Lehrgeld (350€).  Sein angebliches Gehalt vom Arbeitgeber wurde ja nie gezahlt. 

Zu Hause lebten sie nicht reich zum Essen hat’s grad gelangt – eine ausgewogene, gesunde Ernährung gab es in meiner Schwangerschaft nicht.  

Unter ein Dach sich zu legen nun zieh’n sie auf fremden Wegen  – die erste Wohnung, die wir bis November hatten, hat der Kindesvater in den Sand gesetzt.  Bewusst, fast vorsätzlich. Das wir sie verloren hatten,  hat er mir verschwiegen und hat mich stattdessen in die Klinik gebracht. Somit war ich weg und bekam vom Drama nichts mehr mit.  Er machte jedem weis, dass man uns rausgeworfen hatte. Was mich  tiefsten erschütterte und mich in Schwangerschafts- Depression stürzte

Die sind keinem Flüchtling weich

Sie klopften an viele Türen oh helft Leute seht mein Weib – Ende Dezember bis Februar zogen wir von Pension zu Pension,  weil der Kindesvater nicht in der Lage war eine neue Wohnung zu finden. Zu tief war er in seinen Lügen verstrickt 

Viel Kälte war da zu spüren und das Kind wollt aus ihrem Leib – nur 2 Monate vor der Geburt, mit dünner Hose und Jacke begleitet,  fror ich in der winterlichen Kälte. Es war Weihnachten. Ohne Baum,  ohne Wärme. Ohne Zuversicht,  ohne Hoffnung. Zu tief steckte er im Sumpf der Lügen,  die keiner sah,  keiner aufdeckte, die zu perfekt waren. Mit einer starken Bronchitis kam ich dann im Februar ins Krankenhaus, mit Fieber und Schüttelfrost.  Die Herztöne meines Sohnes waren unregelmäßig und unter ständiger Überwachung 

Sie ließen sie nicht in ihr Haus gewährten nur Platz im Stall – nach Weihnachten hatten wir endlich eine Wohnung,  dennoch zogen wir im Januar und Februar von Pension zu Pension, da nach seinen Behauptungen, die Wohnungen noch nicht beziehbar war. Die Wohnung haben wir nie bezogen,  da er keine Miete gezahlt hat . Im Februar kam ich ins Krankenhaus,  wo ich den kompletten 9. Monat verbrachte

Maria dein Sohn liegt in Blöße doch dein Glück gleicht dem Stern dort an Größe – so wahr gewesen 

Komm Hirt in die Knie fall

Man wird später einmal sagen dass Gaben von Königen warn

Wer wird nach Maria fragen wenn ihr Sohn stirbt in jungen Jahr’n

Ihr Sohn stirbt in jungen Jahr’n

Dezemberstern und die Nacht stieg und ein Stall war von Liebe warm

Maria die sanft ihr Kind wiegt hält es selig in ihrem Arm – ich schwor bei meinem Leben, dass mein Sohn ein besseres Leben führen wird.  Ich schwor all meine Liebe.  Möge ehr mir das Licht erlöschen,  als dir,  mein Schatz. 

In Bethlehem brannte ein Licht in jener Dezembernacht

Den Sohn hat Maria gebor’n, man sagt er sei auserkor’n

Maria war es nicht

Als der eine Stern nun stieg kamen Hirten staunend herbei

Sie sahen wie Maria ihr Kind wiegt dass sie glücklich sind die zwei

Glücklich sind die zwei – ja,  glücklich sind wir zwei, richtig.  Und nur wir zwei! 

Ich bin gesegnet mit dir, mein Miu. Kein größeres Glück auf Erden –  dass du da bist,  dass es dir gut geht,  dass du gesund bist. Ich bin dankbar für dieses Geschenk. 

Dieses Lied ‚Maria‘  warf heute hohe Wellen der Erinnerung.  Bittere Tränen rannten,  bis sie zu Tränen des Stolzes wurden. 

So umarme ich meinen Sohn,  verweint,  glücklich und tiefst traurig zugleich.  Alleinerziehend, arbeitend für die Löwenkinder, Elternbeirat im Kita.. . . Für alles bereit. 

Eure Polarbärin 

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