Eisig , mit Liebe 


Es ist eisig. Seit dem ich das Grundstück betreten habe,  gefriert die Luft.  Bei dir ist es immer kühl. Selbst im Sommer,  wenn die Sonne durch die Bäume auf uns herabschaut.
Wir sehen uns selten.  Das war in den letzten Jahren immer so.

Zum Geburtstag war ich wohl nie pünktlich. Es ist wie eine schlechte Angewohnheit. Entweder zu früh (erinnerst du dich? Es war vor 14 Jahren),  oder immer ein paar Tagen zu spät.

Du hast es mir nicht krumm genommen. Warst immer glücklich,  wenn ich in deiner Nähe war.

Kannst du mich spüren,  wenn ich dich besuchen komme? Fühlst du unser unsichtbares Band?
Kannst du meine heißen Tränen spüren, die den Schnee schmelzen lassen?

Deine Worte, genau in diesem Moment,  ich kann  sie erahnen,  dennoch höre ich nur die Stille zwischen uns.
„Kannst du nicht mal was sagen? „schimpfe ich. Balle die Hand zur Faust. Verdammt!

Hast du nicht versprochen, dass du immer an meiner Seite bist? Oder habe ich alles andere nie akzeptieren wollen?

Selbst jetzt schweigst und lächelst du.

Wut und Zorn,  Angst und Zuversicht… All das kennst du nicht.

Alles was ich von dir je kennengelernt habe,  war,  Liebe. Endlose, bedingungslose Liebe.
Ich danke dir dafür,  dass du dich meiner angenommen hast.  Das es dich gab.

Ja, gab. Ich hasse es in der Vergangenheit zu reden, wenn es um dich geht.

Deine Fußstapfen kann keiner ausfüllen. Deinen Platz keiner einnehmen.

Meinen Platz hatte ich ein lebenslang neben dir.

Dein Stern begleitet mich. Tag und Nacht.

Ich bin wieder einmal zu spät. Wie immer.
Dein Geburtstag war gestern. Ich schäme mich dafür. Mehr als je zuvor.

Ich schließe die Augen, die Tränen laufen.  Ich spüre deine Nähe an deinem so winterlich kalten Grab.

Dir war nie wichtig, wann ich da war.  Immer nur das ich da war.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Opa. Ich hab dich so lieb.

…..

Vor 14 Jahren war ich eine Woche zu früh. Ich besuchte meinem Opa eine Woche vor seinem Geburtstag.  Er hat sich damals verabschiedet, mit den Worten,  dass wir uns nicht mehr sehen werden.

Am 31.3.2003 bekam ich gegen 12 Uhr einen Anruf, der mir nicht nur den Atem zum Leben nahm,  mir den Boden unter den Füßen wegriss…. Dieser Anruf brachte mich direkt in den Abgrund.

Nach 14 Jahren…. Ist der Schmerz über den Verlust meines Großvaters noch genau so groß, wie am 31.3.2003

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