Schwer ums Mutterherz 

Heute Abend ist mir schwer ums Herz. Ein trauriges Mutterherz. 

Miu konnte nach dem ersten Tag im Kita nicht einschlafen, und so redeten wir noch über den Kita und wie sein Tag da war. 
Seine Freunde waren da. Alle! Sie haben gespielt. Er mag sie, weil sie immer lachen, sagt Miu. 
Und nein, er hat sich nicht gestänkert, erzählt er stolz. 

Ich nehme ihn in den Arm und drück ihn an mich. „Das ist ja toll. Freunde stänkert man ja auch nicht!“ 
„Ich weiß. Ich habe verstanden was Mama gesagt hat!“ sagt Miu ernst und lacht mich dann an. 
Freunde sind wichtig. Freunde finden ist nicht immer leicht. 

Miu soll es besser haben als ich. Daher erkläre ich ihm gern und immer wieder, dass Freunde wichtig sind. Das man mit Freunden nicht allein ist, wenn Mama arbeiten geht. 
Ich zog in meine alte Heimat zurück, in der Hoffnung hier ein gutes Leben führen zu können. 

Aber gerade der Punkt Freundschaft aufbauen ist hier sehr schwer, da ich hier noch immer „die Neue“ bin, und alle „ihr Leben haben“. Ich, und das die anderen Mütter gehen arbeiten, die Wahrscheinlichkeit sich beim Abholen der Kinder zu treffen, ist fast null. Ich weiß also sehr gut, wie schwer es ist ohne Freunde zu sein. 

Miu hat Freunde gefunden. Stolz nennt er sie bei Namen, und erzählt was sie machen. 

Miu wird seine ersten Freunde verlieren. 

In einer Woche wird die derzeitige Kita Gruppe von Miu „zerrissen“. 

Ein ‚Freund‘ ist nach der Urlaubszeit weggeblieben. Seine Mutter fand einen Kita Platz in Wohnortnähe. 

Der nächste Freund geht im September. Sie ziehen weg. 

Miu weiß noch nichts davon. Und ich habe keine Worte, um ihm das zu erklären. 

Durch die Splittung der Gruppe in der kommenden Woche ist die Freundin weg. Sie wird nicht in der gleichen Gruppe sein, wie Miu. 

Auch dazu fehlt mir zur Zeit die Erklärung. 

Eine neue Erzieherin, Freunde weg…. Miu wird es nicht verstehen. 

Und mir tut es so sehr im Herzen weh. Das Miu hier Freunde gefunden hatte, war bis jetzt er wichtigste Grund, nicht den Kita trotz Diskrepanzen zu wechseln! 

Und jetzt? 

Natürlich wird er wieder Freunde finden. Er ist noch jung. Doch gerade JETZT  ist es ihm aber wichtig. Daher tut es mir sehr weh. Wie soll man DAS einem zweijährigen erklären, dass seine Freunde wegziehen / nicht mehr in den Kita kommen?

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